Leishmaniose ist eine gefährliche Krankheit, die durch Parasiten verursacht wird. Übertragen werden die Parasiten hauptsächlich durch Stiche infizierter Sandmücken. In diesem Blogartikel erfährst du, wo sich die Risikogebiete befinden und wie du deinen Hund vor einer Ansteckung schützen kannst.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Leishmaniose?
- Epidemiologie
- Klinische Formen der Leishmaniose
- Symptome
- Diagnose der Leishmaniose beim Hund
- Behandlung erkrankter Hunde
- Wie kannst du deinen Hund zusätzlich unterstützen?
- So kannst du deinen Hund vor einer Leishmaniose-Erkrankung schützen
- Forschung und Zukunft
- Leishmaniose bei Katzen
Was ist Leishmaniose?
Leishmaniose ist eine durch Parasiten verursachte Krankheit, die von der Gattung Leishmania ausgelöst wird. Diese Parasiten werden hauptsächlich durch den Stich infizierter weiblicher Sandmücken (Phlebotominae) auf Menschen, Hunde, Katzen und andere Säugetiere übertragen.
Die Leishmanien sind winzig kleine, einzellige Parasiten. Sie leben in den Immunzellen ihres Wirtes und sind daher nur schwer zu bekämpfen.
Es gibt verschiedene Formen der Leishmaniose, die sich in ihrer klinischen Ausprägung und Schwere unterscheiden: die kutane, die mukokutane und die viszerale Leishmaniose.
Epidemiologie
Leishmaniose tritt weltweit auf, vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten wie Teilen Lateinamerikas, Asiens, Afrikas und des Mittelmeerraums. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich etwa 700’000 bis 1 Million neue Fälle von kutaner Leishmaniose und etwa 20’000 bis 30’000 Fälle von viszeraler Leishmaniose bei Menschen auftreten. Die Zahl der Fälle bei Hunden ist leider nicht bekannt.
Bisher tritt Leishmaniose bei Hunden vor allem als Reisekrankheit nach dem Besuch entsprechender Länder auf. Ausserdem bringen die häufig gruppenweise aus dem Tierschutz importierten Tiere nicht selten eine Leishmanien-Infektion nach Mitteleuropa mit. Leishmanien können auch beim Deckakt oder im Mutterleib von der Mutter auf die Welpen übertragen werden. Als weitere mögliche Wirte sind Menschen, Nager und Pferde bekannt.
Klinische Formen der Leishmaniose
- Kutane Leishmaniose: Dies ist die häufigste Form, die zu schmerzhaften Hautgeschwüren an der Stelle des Mückenstichs führt und oft Narben hinterlässt.
- Mukokutane Leishmaniose: Hierbei breitet sich die Infektion von der Haut auf die Schleimhäute aus, vor allem im Nasen- und Mundbereich sowie in der Luftröhre, dies kann zu erheblichen Gewebeschäden führen.
- Viszerale Leishmaniose: Das ist die schwerste Form der Krankheit, bei der die Parasiten die inneren Organe wie Leber, Milz und Knochenmark befallen. Ohne Behandlung ist die viszerale Leishmaniose oft tödlich.
Symptome
Leishmaniose äussert sich beim Hund zunächst durch unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, Apathie und Schwäche oder geschwollene Lymphknoten.
Im weiteren Verlauf können eine Vergrösserungen von Leber und Milz, Fieber, Durchfall, Haarausfall sowie Ekzeme hinzukommen.
Diagnose der Leishmaniose beim Hund
Die Diagnose der Leishmaniose basiert auf der klinischen Untersuchung der Symptome und der Kenntnis des Aufenthaltsortes des Hundes (z. B. Ferienort). Sie wird durch Blutuntersuchungen bestätigt. In Labortests können die vom Hund gebildeten Antikörper nachgewiesen werden. Da sich die Krankheit jedoch erst Monate oder sogar Jahre nach der Infektion entwickelt, kann eine Infektion mit Leishmanien nicht immer serologisch diagnostiziert werden.
Behandlung erkrankter Hunde
Bisher wurde das Medikament Allopurinol in der Regel für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten verschrieben. Nun gibt es eine molekulare Bewertung der Wirksamkeit von Pilzextrakten bei der Behandlung der Leishmaniose beim Hund.
In dieser Bewertung erhielt die eine Hälfte der Testhunde die Standardbehandlung mit Allopurinol. Die andere Hälfte erhielt ebenfalls diese Standardtherapie. Zusätzlich wurden diesen Hunden im gleichen Zeitraum Heilpilze verabreicht.
Der zweiten Testgruppe wurden die folgenden Pilzmengen verabreicht:
- Shiitake: 125 mg/kg KGW/Tag
- Reishi 62,5 mg/kg KGW/Tag
- Cordyceps: 62,5 mg/kg KGW/Tag
Zusätzlich wurde eine reduzierte Dosis von Meglumin-Antimonat eingesetzt.
Hauptergebnisse
Eliminierung der Parasiten:
- In der Testgruppe, die zusätzlich mit Pilzen behandelt wurde, war Leishmania bereits nach 28 Tagen nicht mehr nachweisbar.
- Kein Rückfall, auch nicht nach 11 Monaten.
- In der ersten Kontrollgruppe, die nur mit Allopurinol behandelt wurde, war die Parasiten-DNA weiterhin nachweisbar.
Blutparameter:
- Albumin und Eisen sind erhöht, was auf eine bessere Stoffwechsellage hindeutet.
- Haptoglobin, Globuline und Eosinophile sind niedriger, was auf eine geringere Entzündungsaktivität hindeutet.
- Normale Knochenmarksbefunde bei allen behandelten Hunden.
Verträglichkeit:
- Keine Nebenwirkungen, die Hunde zeigten ein gutes Allgemeinbefinden.
Schlussfolgerung
Eine Kombination aus Allopurinol, Meglumine stibiate und Pilzextrakten führte zu einer vollständigen und dauerhaften Heilung bei Hunden, die mit Leishmania infantum infiziert waren.:
Pilzextrakte (Shiitake, Reishi, Cordyceps) sind:
- kostengünstig,
- gut verträglich,
- potenziell klinisch nutzbar als adjuvante Therapie gegen Leishmaniose.
Hier gelangst du zur Originalbewertung.
Was sind Purine und welche Wirkung haben sie in Kombination mit Allopurinol?
Purine sind Bestandteile des genetischen Materials von Zellen. Sie werden zum einen mit der Nahrung aufgenommen und zum anderen direkt vom Körper produziert. Überschüssige Purine werden dann zu Harnstoff abgebaut und mit dem Urin ausgeschieden.
Allopurinol blockiert den Abbau von Purinen zu Harnstoff. Dadurch wird der Abbau der Purine bei einem Zwischenprodukt (Xanthin) gestoppt, das weniger löslich ist und ebenfalls mit dem Urin ausgeschieden wird. Wenn ein Hund während einer Behandlung mit Allopurinol ein purinreiches Futter erhält, kann es passieren, dass sich Xanthin in zu grossen Mengen im Urin ansammelt. Dies begünstigt die Bildung von Xanthin-Kristallen oder -Steinen, was zu einer Verstopfung der Harnwege führen kann.
Wo kommen Purine überall vor?
Purine kommen grundsätzlich überall vor, was auch nötig ist, da sie Bestandteile der DNS sind. Im Umkehrschluss heisst das, dass es überall dort, wo sehr viel Zellvermehrung stattfindet, auch sehr viele Purine sind. Beispielsweise in diversen Innereien und in der Haut. Auf diese Komponenten ist dann zu verzichten.
Purinarmes Hundefutter
Achte auch hier darauf, dass die Proteine hochwertig sind. So förderst du die Wiederherstellung der Muskelmasse und eine schnelle Gewichtszunahme.
Alleinfuttermittel:
- Hermann’s Sensible Bio-Rindfleisch mit Karotten (Nassfutter)
- Sanoro Sensitiv Feuchtfutter
- Bellfor Landgutschmaus und Naturgutschmaus
- Specific Food Allergen Management CDD
Purinarme Snacks:
- Snacks aus Gemüse oder Früchte
- Snacks auf Getreidebasis
- Kauhölzer oder Kauwurzeln
Sobald es dem Hund wieder besser geht und das Medikament Allopurin abgesetzt werden kann, empfehlen wir auf eine reichhaltige Feuchtnahrung umzusteigen. Am besten eignet sich ein Futter mit wenig Innereien, dafür mit hochwertigem Muskelfleisch und auch genügend Fetten. Die Blutwerte müssen das ganze Tierleben lang regelmässig überprüft werden. Sollte es zu einem erneuten Ausbruch der Leishmaniose kommen, wird dieser so zeitnah bemerkt, die Therapie kann wieder aufgenommen und das Futter erneut angepasst werden.
Hier ein paar Futterempfehlungen von ANiFiT
Sollte es doch ein Trockenfutter sein, dann diese hier:
Snacks:
Wie kannst du deinen Hund zusätzlich unterstützen?
Das Wichtigste ist, dass Immunsystem deines Hundes zu unterstützen. Es hilft, die Symptome zusammen mit der medikamentösen Behandlung zu lindern und die Lebensqualität und damit das Wohlbefinden deines Hundes trotz dieser chronischen Krankheit zu verbessern.
Bei der kutanen Variante, die die Haut angreift, ist es auch sehr wichtig, dieses Organ zu unterstützen. Hier ein paar Tipps, wie du das machen kannst:
- Präbiosan
- Während der gesamten Behandlungszeit füttern.
- Stärkt das Immunsystem und baut Entzündungsstoffe im ganzen Körper ab.
- Naturkraft Pro-4
- Kann während der ganzen Zeit drei bis vier Mal wöchentlich gefüttert werden.
- Vitamine der B-Gruppe und Aminosäuren schützen speziell die inneren Organe wie z.B. die Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Niere.
- Lachsöl
- Das optimale Verhältnis von Omega-3- und -6-Fettsäuren kann die Nierenfunktion unterstützen und das Immunsystem stärken
- Fell Vital
- Sorgt dank ungesättigten Fettsäuren für ein schönes Fell und eine starke Haut.
So kannst du deinen Hund vor einer Leishmaniose-Erkrankung schützen
Um das Risiko einer Infektion einzuschränken, sind folgende präventive Massnahmen zu empfehlen:
- Vermeide Reiseziele, in denen diese Stechmücken vorkommen.
- Einsatz von Insektenschutzmitteln (Spot-on-Produkte, Halsbänder, Sprays etc.).
- Mit sehr feinmaschigen Moskitonetzen (0.3 - 0.4 mm2)
- Ventilatoren in den Schlafräumen minimieren die Möglichkeit einer Infektion.
- Gehe in der Zeit, in der die Mücken am aktivsten sind, nicht mit dem Hund raus.
Forschung und Zukunft
Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe und verbesserte diagnostische Methoden. Aktuell ist in Deutschland ein Leishmaniose-Impfstoff für Hunde verfügbar. Die Impfung bietet in der Regel einen wirksamen Schutz vor einer Erkrankung, verhindert eine Infektion mit Leishmanien jedoch nicht. Die Herausforderung besteht darin, wirksame und erschwingliche Behandlungen zu finden, die sich leicht in den am stärksten betroffenen Gebieten einsetzen lassen.
Der Fokus liegt dabei natürlich auf den betroffenen Menschen. Für infizierte Tiere wird hingegen keine Forschung betrieben.
Leishmaniose bei Katzen
Die Katzenleishmaniose, die früher als seltene Krankheit galt, könnte in Ländern mit starker Verbreitung der Krankheit tatsächlich recht häufig vorkommen. Es scheint, dass Hautformen (Knötchen, Geschwüre, Krusten an Nase, Ohren, Augenlidern etc.) vorherrschen, doch kann der Parasit auch innere Organe befallen.
Einige ExpertInnen halten die Katzenleishmaniose in Frankreich für eine neu auftretende Krankheit. Sie empfehlen, bei Katzen mit Hautproblemen, die in Risikogebieten leben oder dorthin gereist sind, einen möglichen Zusammenhang mit einer Leishmaniose-Erkrankung in Betracht zu ziehen.